Pressekritiken und Referenzen:

Mainpost, 27.10.2015

20 Jahre alt und immer noch nicht erwachsen

„We are not old, we are recycled teenagers“ steht auf dem Schild an der kunterbunt mit folkloristischen Reiseutensilien geschmückten Bühne. Alt – nein das sind die „Temposünder“ mit ihren 20 musikalisch gemeinsam verbrachten Jahren wahrlich nicht, und deswegen feiern sie den Geburtstag in der Schweinfurter Rathausdiele mit großem und gut gelauntem Publikum.
Jörg Schöner, Eberhard Fasel, Peter Riegler gehen auf Landpartie, stilecht in Knickerbockern und mit Schiebermütze, dann auf große Weltreise. Dazu rücken noch die schwer mit Koffern bepackten Christine Schöner und José Antonio Zambrano Rivas als Gäste an. Jede Menge Instrumente haben die Fünf dabei: E-Piano, Blas- und diverse Zupfinstrumente, alles Mögliche an Percussion und natürlich ihre bestens aufeinander abgestimmten Stimmen.
Ein großes Auto brauchen sie auf jeden Fall, den gleich bei „Barbara, komm mit uns nach Afrika“ kommt die erste von unzähligen landestypischen Kopfbedeckungen zum Einsatz, eine mit Knochen geschmückte, schwarze Kraushaarperücke. Eine heute politisch nicht mehr korrekte Bezeichnung für „Farbiger“ wird im Lied durch einen Signalton ersetzt, urkomisch wirkt das. Peter Riegler verwandelt sich in die rassige Ungarin Julischka, Pusztastimmung mit fränkischem Zungenschlag breitet sich aus. Christine Schöner macht eins auf Nana Mouskouri, schmalzt brillengeschmückt von „Weißen Rosen aus Athen“. Dick von Fellmützen gegen die Kälte Russlands geschützt schmachten sich die Männer gen Norden, während Christine Schöner wodkagetränkt mit den Damen der ersten Publikumsreihe in tränenreiche Stimmung schlingert.

Ob in fernöstlicher Atmosphäre bei der Kirschblüte am Fujiyama (köstlich hier der Blockflötenflirt von Riegler und Fasel), ob als Muftis verkleidet im Café Oriental, verträumt im Omnibus ins Märchenland, dann auf dem Traumboot der Liebe, das sanft auf den Klängen der Hawaiigitarre dahin schaukelt – die Temposünder sind musikalisch ausgesprochen stilsicher und verstehen ihr Handwerk. Dazu zeigen sie nicht nur eine farbige Palette an Instrumentationsvielfalt, sondern verfügen auch über ein großes Repertoire an schauspielerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Manchmal müssen die Blumen umkränzten Reisenden über ihren Klamauk selber lachen, haben sichtlich Spaß auf der Bühne.
Castromütze auf, weiter nach Kuba, „Vamos! Bolero!“ - endlich ist José in seiner Heimat Venezuela, mit „Speedy Gonzales“ geht's über Mexiko nach Amerika. Großen Unterhaltungswert hat das freche Schnucki-Kentucky-Spektakel im Indianergewand. Besuch bei den Eisbären in Grönland, mit Melonen behütet in England und unterm Regenschirm spazierend mit einem Leihmann aus dem Publikum, dann ab ins Pariser „Pigalle“ - oh lala!

„Auf geht's Männer!“ entführt Christine Schöner temperamentvoll in eine Stierkampfarena, reißt ein rotes Tuch hoch, lässt das Publikum „Ole!“ rufen. Und selbst nach gut zweieinhalb Stunden musikalischer Weltreise sind die „Temposünder“ immer noch energiegeladen genug, um in Neapel ein keckes „Buona sera, signorina“ anzustimmen.
Doch irgendwann ist selbst die abenteuerreichste Reise zu Ende, sogar Weltenbummler José hat genug, will nach Hause - nach Abersfeld: Seine Sehnsucht nach Venezuela war als Running Gag durch den unterhaltsamen Abend gegeistert. Mit guten Freunden war man unterwegs, ein nostalgisches „So schön war die Zeit“ zum Ausklang – genau so fühlte sich diese beschaulich-beschwingte Geburtstagsfeier an.

Mainpost, 10.04.2015:

Ein Schlaflied zum Abschluss des Kulturfrühlings

Die „Temposünder“ entführen ihre 150 Zuhörer in die musikalische Welt der 1920er- bis 1950er-Jahre
Würdiger hätte der Abschluss des Wernecker Kulturfrühlings kaum sein können, nämlich mit reichlich Tempo aus den 1920er- bis 1950er-Jahren. Die „Temposünder“ gaben sich anlässlich ihres 20-jährigen Bühnenbestehens die Ehre, dem Kulturfrühling das musikalische Sahnehäubchen aufzusetzen und es mit Schokoraspeln zu bestreuen.

„Best of Temposünder“ war das Programm betitelt, und an die 150 Zuhörer im mehr als nur vollen „Casino II“ im Schloss Werneck ließen sich nur zu gern 90 Jahre in die Vergangenheit mitnehmen.

15 Veranstaltungen, gut 2000 Besucher – Wernecks zweiter Bürgermeister Stephan Schäflein zog vor dem Programm eine kurze Bilanz des Kulturfrühlings. Einzig eine Lesung hatte ausfallen müssen, weil der Autor krank war. Ansonsten tobte sich die Kultur mal wieder so richtig aus, mit allen dazugehörigen Facetten, vom Wirtshaussingen über Kindertheater, das Musikfestival Flair Latinomericano (mit selbstgemahlenen Kaffee!), ein orientalisches Tanzfest und Comedy vom Feinsten. Und jetzt die Temposünder, die im Grunde genommen nur eine Sünde begangen haben. Dafür aber eine besonders große. Sie haben nämlich viel zu kurz gespielt.

Eine Pause war ohnehin nicht vorgesehen, denn traditionell endet der Wernecker Kulturfrühling immer mit einem Stehempfang. Es wäre auch schwierig gewesen, in einer Pause die Stühle an die Seite zu räumen, um an den Wein und die Knabbereien zu gelangen. Die Leute drängten regelrecht ins Casino II, mehrere enttäuschte Besucher fanden überhaupt keinen Einlass mehr. Zusätzliche Stühle mussten herangeschafft werden, und wären die Fensterbänke frei gewesen, wären auch sie besetzt worden.

„Eine Mondschein-Partie“, „Ich habe Glück bei den Frauen“, „Ein Freund, ein guter Freund“ (die „Drei von der Tankstelle“), das instrumentale „Chattanooga Choo Choo“ (von Udo Lindenberg zum „Sonderzug nach Pankow“ umgedichtet), „Ein blonder Traum“ und so einiges an schmachtenden Liebesliedern der damaligen Zeit holten die Temposünder aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Gekleidet waren Jörg Schöner (Keyboard, Lehrer an der Musikschule Schweinfurt), Eberhard Fasel (Gesang, Krankenpfleger) und Peter Riegler (Klarinette, Saxophon, Musiker) natürlich in den Klamotten der damaligen Zeit, wobei die Hose von Fasel tatsächlich schon 20 Jahre auf dem Buckel hat, wie er verriet. Gekonnt bezog er seine Zuhörer mit in seinen Gesang ein, verließ auch schon mal die Bühne und flirtete mit den weiblichen Zuschauern (egal, ob deren Partner daneben saßen oder nicht) und lieferte sich mit seinen Kollegen auf der Bühne die ein oder andere witzige Redeschlacht.

Nicht fehlen durfte auch der „kleine grüne Kaktus, und der sticht, sticht, sticht“ sowie „Mimi“. Zwei Zugaben rundeten den Abend perfekt ab, bis auf das Bühnenlicht gingen alle anderen Lichter aus, und mit dem Publikum zusammen sangen die Musiker „La Le Lu, nur der Mann im Mond schaut zu“. Dabei war dieses Konzert alles andere, nur nicht einschläfernd, und es weckte schon Minuten nach den letzten Klarinetten- und Klaviertönen den Appetit auf den Wernecker Kulturfrühling 2016.

Referenzen:

Dinnermusik Hotel Steigenberger, Bad Kissingen

Weinfest Peterstirn, Schweinfurt

1200-Jahr-Feier, Gochsheim

Weinfest, Gerolzhofen

UFRA, Schweinfurt

Einweihung InterCity-Hotel, Frankfurt

Stadtmusikfest Schweinfurt

Rakoczy-Fest, Bad Kissingen

Jazzkneipe “Omnibus”, Würzburg

Honky-Tonk-Festivals

Erlebnismodenschau Marienbachzentrum, Dittelbrunn

Straßenfest, Schweinfurt

Firmenjubiläum, Seebruck am Chiemsee

Golf-Turnier, Bad Kissingen

Vernissage, Schloß Mainberg

BMW-Präsentation, Schloß Gaibach

Silvester-Dinner Hotel Steigenberger, Bad Kissingen

Konzerte bei Neubert in Würzburg und Hirschaid

Galaabend im Residenzschloßhotel, Bamberg

Kulturfest “Artbreit” in Marktbreit

Konzerte in der Bavaria-Klinik, Bad Kissingen

Winzerfest in Würzburg

Bayerischer Rundfunk

Gesundheitstage Bad Kissingen